Von: Die Inkognito-Philosophin
In der griechischen Antike bezeichnete man als Sophisten gelehrte Männer mit umfassendem Know-how in Theorie und Praxis (Handwerk, Musik, Dichtung etc.).
Zum Großteil handelte es sich dabei um DidaktikerundRhetoriker, die umherreisten und mit ihrer Lehrtätigkeit ihren Lebensunterhalt verdienten. Die Blütezeit der Sophisten wird auf den Zeitraum von 450 bis 380 v.Chr. datiert.
Ursprünglich beschrieb das Wort „Sophist“ jeden weisen oder gebildeten Menschen, der auf einem bestimmten Gebiet Klugheit und Gelehrsamkeit bewies. Dazu zählten zum Beispiel Philosophen wie Pythagoras oder Thales und Politiker wie Solon. Vgl. auch die 7 Weisen der Antike
Mit den Sophisten brach die griechische Aufklärung an
In der Epoche der griechischen Sophisten zeichnete sich eine revolutionäre Denkweise ab: Althergebrachte Traditionen wurden einer kritischen Betrachtung unterzogen und in ihren Grundfesten erschüttert. Gleichzeitig widmete man sich intensiv der Erforschung der Sprache und trieb die Entwicklung der Redekunst (Rhetorik) voran.
Diese neue Haltung wurde auch in der Pädagogik praktiziert: Das Ideal waren Bürger, die sowohl frei als auch vielseitig gebildet waren und über eine ausgeprägte Redegewandtheit verfügten. Damit sollte gesellschaftlicher oder politischen Erfolg gewährleistet werden. Im Kern waren die Sophisten damit vor allem Praktiker.
Vgl. auch: Was ist Philosophie?
Hauptvertreter der Sophistik
Protagoras (490 - 410 v.Chr.),
Gorgias (um 480 - nach 380 v.Chr.)
Prodikos (465/450 v. Chr. - nach 399 v. Chr.)
Bekannte Sophisten
Antiphon
Hippias von Elis
Alkidamas
Likymnio von Chios
Polos von Akragas
Protachros von Athen
Xeniades
Die Philosophie der Sophisten
Die Sophisten waren keine einheitliche philosophische Strömung und es gab auch keine sophistischen Schulen an sich. Dennoch lassen sich ein paar Merkmale der antiken Sophisten festhalten:
aufgeklärte Haltung zur Religion und Tradition
Wissen um die Selbstwirksamkeit des Menschen
Wanderlehrer (vor allem Peloponnes, Thessalien, Süditalien)
Zentrum war die Stadt Athen
Soziokulturelle Hintergründe des antiken Sophismus
Die Sophistik repräsentiert ein neues Bürger- und Bildungsbewusstsein, die traditionelle Ansichten und Werte infrage stellten und relativierten. Der methodische Kerngedanke liegt darin, dass Menschen durch Lehre und Übung formbar sind. Dies steht im deutlichen Kontrast zum Menschenbild der Vorsokratiker, da bei ihnen niemand Tugend erlangen konnte, der nicht tugendhaft war.
Vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse jener Zeit wandelte sich das Menschenbild allerdings. Nach den Kriegen gegen die Perser (500–479) entwickelt sich Athen zur führenden wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Macht. Die Stadt wird zur dominierenden Kraft, die sowohl über beträchtlichen Reichtum verfügte als auch alle Anstrengungen unternehmen musste, um ihre Hegemonie aufrechtzuerhalten.
Die Einführung der Demokratie (Reform des Kleisthenes, 509 – 507) gilt als revolutionäres Ereignis: fortan löste sich der Einzelne aus der Bindung an Stamm und Geschlecht, die politische Ordnung sollte auf einem rationalen System der Gleichheit gründen. Zum allerersten Mal in der Geschichte konnte jeder Mensch, der über das uneingeschränkte Bürgerrecht verfügte, sich persönlich an der Führung des Staates beteiligen, vollkommen egal, zu welchem Stand er gehörte.
Historische Hintergründe
Abschluss der Naturphilosophie, Abwendung von der Experimentalphysik und anthropologische Wende
Vordringen der Demokratie macht die Sprache zum Rechtsinstrument in der Volksversammlung, was wiederum ein praktisches und politisches Wissen erfordert
Die griechische Kolonisation bringt die antiken Griechen mit verschiedenen Normen und Religionen in Kontakt, so dass die Relativität von Normen deutlich wird.
Merkmale der Sophisten
oft Wanderlehrer gegen Bezahlung
Kritik und Aufklärung
Relativismus vs. Absolutismus
Agnostizismus
“Den Maßstab für alle Dinge bildet der Mensch, wofern sie sind, dafür daß sie sind, und wofern sie nicht sind, dafür daß sie nicht sind.”
Protagoras kam aus einer wohlhabenden Familie. Um 455 soll er ungefähr sein 40-jähriges Leben als wandernder Sophist begonnen haben. Um 450 besuchte er das erste Mal Athen und gewann die Freundschaft des Perikles, unter dessen Herrschaft die Blütezeit Athens fällt.
Gute 70 Jahre alt mag Protagoras geworden sein, doch von seinen Lehren sind nur Titel oder Fragmente erhalten.
Protagoras soll für seine Tätigkeit als Erzieher und Lehrer als erster Honorare verlangt haben. Die Philosophie-Forschung vermutet, auch Protagoras habe ein philosophisches Konzept entworfen, ersichtlich am berühmten »homo-mensura«-Satz: »Aller Dinge Maß ist der Mensch, der seienden, dass sie sind, der nicht seienden, dass sie nicht sind.«
Es gibt nur relative Wahrheit.
Von jeder Sache gibt es zwei einander widersprechende Auffassungen.
Von den Göttern weiß ich nichts, weder dass es solche gibt noch dass es keine gibt. Denn viele Hindernisse versperren uns diese Erkenntnis: die Unklarheit der Sache und die Kürze des menschlichen Lebens.
„Der Mensch ist das Maß aller Dinge“
– Protagoras’ berühmtester Satz
Die bekannteste sophistische Lehraussage überhaupt ist der von Protagoras überlieferte Homo-Mensura-Satz. Er lautet: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der seienden, dass sie sind, der nichtseienden, dass sie nicht sind.“ Sowohl Übersetzung als auch Interpretation dieses Satzes sind umstritten – auch heute noch.
Protagoras war auch auf den Gebieten der Rhetorik, Sprachwissenschaft und Grammatik sehr aktiv: In einem weiteren Fragment heißt es, dass es bei einer Debatte darum gehe, das präsentierte Argument zum stärkeren zu machen, auch wenn es eigentlich das schwächere sei. Der Sophist ist demnach nicht daran interessiert, ob sein Argument wahr oder falsch ist. Sein einziges Ziel ist es, dass sein Argument die anderen Argumente besiegt. Es wird angenommen, dass dies eine Technik der argumentativen Rhetorik ist, die Protagoras seine Schüler lehrte.
Die Redekunst war in Anbetracht der griechischen Lebenswelt eine wichtige Fähigkeit. Logos, die Sprache, ist in der Demokratie ein wertvolles Instrument, um im politischen Konflikt die individuellen Interessen durchzusetzen.
Protagoras’ Relativismus & Agnostizismus
In einer nicht erhaltenen Schrift namens Perì theôn (Über die Götter) schrieb Protagoras: „Was die Götter angeht, so ist es mir unmöglich, zu wissen, ob sie existieren oder nicht, noch, was ihre Gestalt sei. Die Kräfte, die mich hindern, es zu wissen, sind zahlreich, und auch die Frage ist verworren und das menschliche Leben kurz.“ Protagoras zeigt sich hier als Agnostiker. Weder könne man sagen, ob es Götter gibt, noch wie sie beschaffen sein könnten. So war er auch bereits bald nach seinem Tod als Zweifler an der Existenz der Götter bekannt.
Protagoras sah göttliche Themen nicht als Teil der menschlichen Lebenspraxis. Götter waren für ihn eine Projektion des menschlichen Geistes. Doch aufgrund der Verborgenheit des Seins und den eingeschränkten Erkenntnisfähigkeiten des Menschen, lässt sich nichts über die überirdische Sphäre sagen.
Laut Sextus' Bericht ist Protagoras zwar ein Vertreter des Subjektivismus und Relativismus, doch der Einfluss des Eleatismus, der eine objektive Wahrheit annimmt, ist deutlich: da die Spanne aller Erscheinungsmöglichkeiten eines Objektes in diesem selbst (d.h. in dessen Materie) angelegt ist. Der Mensch nimmt (wie durch einen Filter) nur eine Erscheinungsmöglichkeit wahr. So ist der gleiche Wind für den einen kalt, für den anderen warm. Wärme und Kälte liegen aber im Wind begründet, nicht im Menschen.
Prodikos von Kos oder Keos war ein griechischer Rhetoriker. Er soll innerhalb der Rhetorik die Synonymik (Abgrenzung von Worten) begründet haben, eine sprachphilosophische Methode.
Dieser antike Philosoph hat eine atheistische Haltung vertreten, indem er die Religionen kritisierte und ihren Ursprung rational erklärte: So sollen die nützlichen Naturkräfte irgendwann von den Menschen vergöttlicht worden sein. Später wurden dann besondere Personen zu Göttern erklärt (Apotheose).
Einige Zeitzeugen berichten, dass Prodikos über den HeldenHeraklesgeschrieben habe (horai).Von Xenophonkennen wir dieParabel„Herakles am Scheideweg“. Im Übergang zum Erwachsenwerden begegnen Herkules zwei Frauen, die unterschiedliche Lebensweisen repräsentieren: „Laster“ und „Tugend“. Während „Laster“ ihm ein verlockendes Leben voller Genuss ohne Verpflichtungen anbietet, schlägt „Tugend“ ihm ein mühsames und fleißiges, aber dafür ruhmreiches Leben vor. Prodikos befürwortet letztere Option.
Prodikos Religionskritik
Indem Prodikos die Existenz der Götter als mentale Projektion des Menschen interpretierte, stellt er die Religion seiner Zeit grundlegend infrage. Er ist wahrscheinlich einer der ersten kritischen Denker, die soziale und psychologische Zusammenhänge erkennen: zwischen dem Bedürfnis nach Schutz und Geborgenheit in und vor der Natur und dem im Ritus und Kultus manifestierten Schutz- und Machtangebot der Priester. Götter und Kult sind menschengemacht, keine metaphysische Ordnung.
“Das Sein ist etwas Unsichtbares, dem es nicht gelingt zu scheinen, das Scheinen etwas Schwaches, dem es nicht gelingt zu sein.”
Gorgias war hauptsächlich als Redner und Lehrer der Rhetorik bekannt. Er vertrat möglicherweise einen satirisch gemeinten radikalen Skeptizismus, nach dem nichts existiert und nichts erkannt werden kann. Die Überlieferungssituation ist ungünstig; die meisten Werke von Gorgias sind verschollen. In Platons gleichnamigen Dialog tritt er als Gesprächspartner des Sokrates auf.
Gorgias reiste viel und hielt sowohl öffentliche Reden als auch Privatunterricht. Insbesondere durch seine Lehrtätigkeit soll er sich eine goldene Nase verdient haben. Tatsächlich wird behauptet, dass er sich mit diesem Vermögen eine goldene Statue in Delphi errichten ließ.
Die Sprachphilosophie von Gorgias ist faszinierend. Er war überzeugt, dass die Sprache Emotionen und Absichten auf die Hörenden überträgt. Dabei handelt es sich jedoch nicht um das Gefühl oder die Intention selbst, sondern um eine Beziehung zu etwas (intentional).
“Man muss den Ernst der Gegner durch Gelächter, ihr Gelächter durch Ernst zunichte machen.”
“Du hast übel gesät und bös geerntet.”
“Die Rede ist eine gewaltige Machthaberin, die mit dem kleinsten und unscheinbarsten Mittel die wunderbarsten Wirkungen erzielt; denn sie vermag Furcht zu verscheuchen und Leid zu bannen, Freude zu erregen und Mitleid zu erwecken.”
Gorgias über Erkenntnis & Sein
Der bedeutendste Beitrag des Gorgias zur Philosophie ist die Schrift Über das Nichtseiende oder Über die Natur, die sich wahrscheinlich gegen die Ansichten über das Seiende von Melissos und Parmenides gerichtet hat. Gorgias vertritt dort erkenntnistheoretische und ontologische Positionen. Seine 3 Thesen:
dass weder das Seiende noch das Nichtseiende existiert;
dass, wenn das Seiende doch existiert, es für den Menschen nicht erkennbar ist;
dass, wenn es doch erkennbar ist, diese Erkenntnis anderen Menschen nicht mitgeteilt werden kann.
Gorgias als Rhetoriker
Es wird angenommen, dass Gorgias sowohl theoretischen als auch praktischen Unterricht in Rhetorik gab. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung einer kunstvollen Prosa, indem er die Verwendung poetischer Ausdrücke und bestimmter stilistischer Mittel (sogenannte „gorgianische Figuren“) forderte, um die Wirkung der Rede zu steigern. Überdies legte er formale Regeln für diese Kunstprosa fest.
Wie für die Sophisten üblich, verwendete der Philosoph in seiner Argumentationskunst gerne paradoxe Wendungen und spitzfindige Argumente. Mit dieser neuen Art der Rhetorik begeisterte er viele und wurde bewundert. Neben Prunk- und Festreden (zum Beispiel Leichenrede auf die gefallenen Athener imPeloponnesischen Krieg) verfasste er Deklamationen, also Übungsreden für Schüler.
(5. Jh. v. Chr.)
“Doch wie einen Zug im Brettspiel das Leben zu wiederholen, das gibt es nicht.”
Über Antiphon ist nicht viel bekannt, außer dass auch er von manchen Zeitgenossen als Sophist bezeichnet wurde. Ob es sich bei ihm um den Redner Antiphon handelt, ist umstritten.
Das älteste Zeugnis über ihn stammt von Xenophon, der von einem Gespräch des Sokrates mit einem Sophisten gleichen Namens berichtete. Von einem ähnlichen Gespräch soll Aristoteles erzählen, er nennt Antiphon allerdings einen “Wahrsager”.
In Xenophons Schilderung tritt der Sophist Antiphon als erfahrener Lehrer auf, der versucht, die Schüler Sokrates' abzuwerben und dabei behauptet, dass Sokrates politisch inaktiv und unglaubwürdig sie sowie mittellos lebe.
Die von vornehmen Väter abstammen, achten und verehren wir, die dagegen nicht aus vornehmen Hause sind, achten und verehren wir nicht. Hierbei verhalten wir uns zueinander wie Barbaren, denn von Natur sind wir alle in allen Beziehungen gleich geschaffen, Barbaren wie Hellenen.
Zum Wichtigsten im menschlichen Zusammenleben gehört meiner Meinung nach die Erziehung. Wenn man nämlich bei irgendeiner Sache den Anfang recht macht, geht in der Regel auch das Ende recht vonstatten...
Man wird in seinen Sitten notwendig dem ähnlich, mit dem man die meiste Zeit des Tages zusammen ist.
Es scheint, dass Antiphon die Differenzierung von Rechtsauffassungen vertrat: das Naturrecht und das positive Recht der Menschen. Er betrachtete das Naturrecht als absolut und unveränderlich, während er das menschliche Recht als relativ und variabel ansah. In diesem Zusammenhang formulierte er kosmopolitische Ansichten sowie sozialkritische Thesen. Zum Beispiel forderte er die von Natur aus gleiche Behandlung von Griechen und Barbaren.
Antiphon betrachtete das Naturrecht als eine Doktrin des Individualismus, die jedem Einzelnen von Geburt an das Recht verlieh, persönliche Lebenskraft und Freiheit zu fördern.
Isokrates wurde zu den berühmten 10attischen Rednerngezählt. Er eröffnete um 390 v.Chr. in Athen eine Rhetoriker-Schule. Später betätigte er sich politisch und publizistisch.
Seine Gedanken und Ideen hatten wesentlichen Einfluss. Zum Beispiel:
leistete er Pionierarbeit bei der Entwicklung neuer literarischer Formen
besaß er eine Vorbildfunktion für die spätere Rhetorik und Sprachkunst
wirkte er auf das antike Bildungswesen und die philosophische Tradition ein
führte er eine Auseinandersetzung mit Platon
Isokrates wurde neben Demosthenes als einer der bedeutendsten Vertreter der griechischen Rhetorik bekannt. In seiner Zeit war diese Kunst hoch angesehen. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass auch Aristoteles oft Beispiele aus Isokrates’ Werken heranzog und noch Cicero bewunderte ihn für seine Lehre.
Da du ein Mensch bist, bedenke stets, daß du das selbe Schicksal mit allen Menschen hast. (Den Tod)
Rachegefühl strömt nur aus einer Seele, die schwach und unfähig ist, den Angriffen standzuhalten.
Das Recht ist noch stärker als das Gesetz.
Die Menschen weinen, wenn sie die Phantasiegebilde der Dichter lesen, aber die wirklichen Qualen betrachten sie mit Gleichgültigkeit.
Wähle niemand zum Freund, von dem du nicht weißt. wie er seine bisherigen Freunde behandelt.
Freunde sollten nur bei glücklichen Gelegenheiten und nur nach einer Einladung erscheinen. In Augenblicken der Not – ohne Aufforderung.
Trübes Wasser und einen ungebildeten Menschen soll man nicht aufwühlen.
Alles, was du sagen willst, überlege dir vorher in Gedanken! Denn bei vielen Menschen eilt die Zunge dem Denken voraus. Mach' es dir zum Grundsatz nur in zwei Fällen das Wort zu ergreifen: entweder wenn du etwas gut verstehst oder wenn du über etwas notwendig reden mußt.
Mache von deinem Vermögen keinen übermäßigen Gebrauch, sondern begnüge dich mit einem maßvollen Genuß deiner Güter.
Wenn du gerne lernst, wirst du auch viel lernen.
Was du gelernt hast, erhalte durch Übung.
Isokrates philosophische Lehre
„Ich glaube allerdings, dass Menschen besser und wertvoller werden können, als sie es von Natur aus sind, wenn sie im Reden Ehrgeiz entwickeln und danach streben würden, Überzeugungskraft bei ihren Zuhörern zu erreichen und außerdem ihren Vorteil wollten, und zwar nicht den, der von Unverständigen dafür gehalten wird, sondern den, der wirklich diese Bedeutung hat.
Dass dies aber so ist, werde ich euch, denke ich, schnell aufzeigen können. Zunächst nämlich wird jemand, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Reden zu halten und zu schreiben, die Lob und Anerkennung verdienen, keine ungerechten, unbedeutenden oder privaten Rechtsstreitigkeiten betreffenden Gegenstand zu seinem Thema wählen […]
Er wird außerdem unter allen Gegenständen, die sich auf sein Thema beziehen, die passendsten und nützlichsten aussuchen. Wer sich nun daran gewöhnt, sein Augenmerk darauf zu richten und dies zu untersuchen, wird nicht nur für die jeweils aktuelle Rede, sondern auch für all seine anderen Tätigkeiten die gleiche Fähigkeit erwerben.
Somit wird sich bei allen wissbegierigen und in der Redekunst ehrgeizigen Menschen die Fähigkeit, gut zu reden und gut zu denken, gleichzeitig einstellen. Wer aber auf andere überzeugend wirken will, wird auch die Tugend nicht vernachlässigen, sondern wird besonders darauf achten, dass er bei seinen Mitbürgern einen möglichst guten Ruf genießt.“ (Isokrates)
Isokrates als erfolgreicher politischer Redner
DerBusiris(11.) richtet sich gegenSpartaund seine Vorstellungen eines musterhaften Staatswesens. ImPanegyrikos(4.), der zu denOlympischen Spielendes Jahres 380 erschien, rief Isokrates zur Einigkeit aller Griechen und zum gemeinsamen Kampf gegen diePerserunter Führung Athens auf. 2 Jahre später wurde der 2. Attische Seebund gegründet.
In seinem Werk „Plataikos“ und der Rede des Archidamos äußerte sich Isokrates kritisch gegenüber den Thebanern und warb stattdessen für eine Annäherung an Sparta. Nach dem Tod von Timotheos postulierte er in seiner Schrift „Areopagitikos“, zur Verfassung Solons zurückzukehren.
Alkidamas stammte aus Elaia und war ein Rhetoriker. Er lebte zur gleichen Zeit wie Isokrates in Athen und galt als sein Konkurrent. Zudem wurde er von dem Sophisten Gorgias unterrichtet und trat später angeblich seine Nachfolge als Leiter der Schule an.
Von den Werken des Alkidamas sind meist nur Bruchstücke erhalten geblieben. In seinem Werk „Messenischer Logos“ argumentiert er, dass Gott alle Menschen befreit und die Natur niemanden zum Sklaven gemacht hat. Damit unterstützt auch Alkidamas die These der Gleichheit aller Menschen.
Sophos war im alten Griechenland ein wertneutraler Begriff, der einen Fachmann mit praktischem Wissen bezeichnetet, ohne dass Theorie-Kenntnisse vorausgesetzt wurden. Gleichzeitig war Sophist auch ein allgemeiner Begriff für besondere Personen, wie die 7 Weisen Griechenlands, die für ihre speziellen Fähigkeiten und Erfahrungen, die sie angemessen nutzen und vermitteln konnten, bewundert wurden.
Pejorativ wurde das Wort Sophist erst durch Platon und Komödien-Dichter (Aristophanes) genutzt. Auf diese Weise wurde der Titel Sophist zu einem speziellen Terminus für eine philosophische Denkrichtung, die Platon als amoralisch und oberflächlich darstellte. Freilich war das wichtig, um seine philosophische Position von anderen abzugrenzen.
Wenn wir heute von einem Sophist sprechen, meinen wir in der platonischen Nachfolge einen Warheitsverdreher, Überredungskünstler oder Blender.
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